Sekundarschule Marsberg
 

„Mobbing bei WhatsApp nie hinnehmen!“

Auch in diesem Jahr wurden die Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 7 von Herrn Stefan Didam über das Thema "Cybermobbing" informiert.

PHK  Stefan Didam vom Kommissariat Kriminalprävention/Opferschutz der Polizei im Hochsauerlandkreis, dessen Hauptaufgabenbereiche der Schutz vor Computer- und Internetkriminalität, Medien- und Datensicherheit, Drogen- und Gewaltprävention und Jugendkriminalität, Jugendschutz und Jugendmedienschutz umfasst, informierte die sehr aufmerksamen Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 über die unterschiedlichen Arten und Auswirkungen insbesondere des Cybermobbings und gab Tipps, wie man sich bei Cybermobbing verhalten soll.

WhatsApp und Instagram sind zwei der wichtigsten Messenger für Jugendliche. Doch in den Gruppen geht es nicht immer freundlich zu. Bestimmt waren schon viele WhatsApp-Nutzer einmal Zeuge eines Cybermobbings.

Herr Didam untermalte seinen umfassenden Vortrag mit spannenden und eindrücklichen Videos und anonymisierten Beispielen aus seinem Berufsleben.  

Mit dem Fakt, dass jeder fünfte Schüler in Deutschland schon einmal von Cybermobbing betroffen war oder aktuell betroffen ist, machte Herr Didam deutlich, wie wichtig das Thema auch für die Schülerinnen und Schüler unserer Schule ist. 

Neben zahlreichen Tipps im Umgang mit den sozialen Medien und dem Cybermobbing, erfuhren die Siebtklässler auch Vieles über die rechtlichen Seiten und deren mögliche Konsequenzen. Insbesondere  „Das Recht am eigenen Bild“ nahm einen großen Stellenwert in dem Vortrag ein.

Nach dem Vortrag hatten die vom Vortrag sehr beeindruckten Schülerinnen und Schüler noch die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen.


Hier noch einmal ein paar sehr wichtige Tipps:

„Wo fängt das Mobben bei WhatsApp an?“

Sobald eine Person beleidigt, bloßgestellt oder schikaniert wird fängt Mobbing an, vor allem wenn dies wiederholt auftritt. Es gibt dabei einen fließenden Übergang von einer Neckerei zum Mobbing.. Wenn Fakten angesprochen werden, wie „Du trägst eine Brille!“, ist dies noch kein Straftatbestand. Kritisch wird es bereits bei einer Äußerung wie „Du dicke Brillenschlange!“

„Wie verhalte ich mich auf Whats-App, wenn ich merke, dass jemand von einer Gruppe beschimpft und dadurch gemobbt wird?“

Man sollte selbst ein gutes Vorbild sein, das heißt, man beteiligt sich nicht an solchen Dingen. Wenn man nichts tut und kein Gruppenadministrator ist, hat das strafrechtlich erstmal keine Folgen. Um dem Opfer zu helfen, spricht man am besten mit Freunden, die dies auch mitbekommen haben und sucht sich dadurch Unterstützer. Gemeinsam kann man gegen den Mobber vorgehen. Allein könnte man selbst zum Opfer werden. Bei drastischen Fällen ist es klug, die Eltern zu informieren. Ist man allerdings Gruppenadministrator, haftet man unter Umständen für das, was in der Gruppe geschrieben wird.

„Es gibt immer wieder Jugendliche, die Nacktbilder an einen Freund schicken, der leitet diese am Ende der Freundschaft weiter. Was mache ich, wenn ich solche Bilder erhalte?“

Auf keinen Fall weiterschicken, dann macht man sich meist selbst strafbar. Man sollte das Opfer und seine eigenen Eltern informieren. Falls man Anzeige erstatten möchte, darf man das Bild zunächst nicht löschen, sonst vernichtet man Beweise. Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes müssen Ex-Partner intime Fotos des anderen löschen, selbst wenn sie mit Einverständnis während der Beziehung entstanden sind. Stammen die Fotos von Minderjährigen, können sie auch als Kinderpornografie gelten, wenn beispielsweise Kinder in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung abgebildet sind.


„Wie verhalte ich mich, wenn ich mich selbst gemobbt fühle?“

Keinesfalls sollte man das einfach so hinnehmen. Auf Beleidigungen direkt zu reagieren, ist meist nicht ratsam. Am besten, man sagt Freunden, Eltern und Lehrern, dass man sich gemobbt fühlt. Wenn es einen Gruppenadministrator gibt, kann man auch mit dem sprechen. Er kann bzw. muss den Täter aus der Gruppe entfernen. Passiert nichts, kann man rechtliche Schritte gegen den Mobber oder den Administrator prüfen. Voraussetzung dafür ist, dass man alles dokumentiert, was zuvor geschehen ist.


„Was mache ich, wenn Bilder oder Videos Gewalt verherrlichen oder Pornos zeigen?“

Das Herumschicken von gewaltverherrlichenden Filmen und Pornos an Kinder und Jugendliche ist eine Straftat. Wenn man sowas erhält, informiert man Eltern, Lehrer und Freunde. Mit denen bespricht man dann, was zu tun ist.


„Was ist, wenn ich über WhatsApp bedroht werde?“

Dann sollte man sofort Freunde und Eltern alarmieren! In besonders schwerwiegenden Fällen ist es auch ratsam Anzeige zu erstatten. Dann ist es wichtig, Screenshots auszudrucken und alle Daten zu sichern. Es ist auch ratsam, zur Polizei zu gehen. Handeln sollte man auch, wenn Symbole oder Parolen aus der Nazi-Zeit herumgeschickt werden oder man mitbekommt, dass jemand heimlich mit dem Handy ein privates Gespräch aufzeichnet.