Sekundarschule Marsberg
 

Inklusion - gemeinsam lernen und leben

Seit der im März 2009 in Deutschland in Kraft getretenen Behindertenrechtskonvention, in der ein inklusives Bildungsangebot auf allen Ebenen gefordert wird, besteht die vordringliche Aufgabe darin, das gemeinsame Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen in allen Schulformen zu ermöglichen.

Inklusion wird von uns verstanden als ein umfassendes Konzept  des gemeinsamen Lernen und Lebens.

Das Ziel aller Maßnahmen ist es, die gemeinsame Bildung und Erziehung für unsere Schülerinnen und Schüler zu verwirklichen und die erreichten Standards unserer sonderpädagogischen Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote im Interesse der Kinder und Jugendlichen abzusichern und weiter zu entwickeln. In jedem Jahrgng sind schüler mit unterschiedlichen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfen. Die Zusammensetzung der Klassen eines Jahrgangs erfolgt aufgrund pädagogischer und organisatorischer Leitlinien.

Organisatorisches

So weit es organisatorisch möglich ist, teilen sich zwei Kollegen die Klassenleitungen. Für den Unterricht stehen den 5. und 6. Jahrgängen Differenzierungsräume zur Verfügung. Diese bieten die Möglichkeit, die Schülerinnen und Schüler bei Bedarf und individuellem Lernfortschritt räumlich differenziert zu unterrichten. Ein Wechsel der Unterrichtsform sowie ein individueller Rückzug von Förder- oder Expertengruppen ist jeder Zeit möglich.

Die Aufgabenverteilung in dem Klassenteam ist fließend. So ist der Förderschullehrer auch Klassenlehrer und der Klassenlehrer auch Lehrer der Förderschüler. Die Arbeit der sonderpädagogischen Lehrkräfte ist nicht beschränkt auf den Einsatz im Unterricht, sondern umfasst auch andere Aufgabenfelder. So sind exemplarisch die Einführung möglicher didaktischer Modelle für den Unterricht z. B. innere Differenzierung durch Teamteaching, äußere Differenzierung durch Kleingruppenförderung, offene Unterrichtsformen, Absprache möglicher Kommunikationswege und Verankerung von Beratungs- oder Besprechungsstunden zu nennen.

Die Schulbegleiter kümmern sich schwerpunktmäßig um die angemessene Teilhabe der Förderschülerinnen und -schüler am Schulleben der Klasse.

Der gemeinsame Unterricht

Im gemeinsamen Unterricht wird stets zieldifferent gearbeitet. Die Differenzierung geschieht hinsichtlich Lernumfang, Zeit, Lernziel, personeller Hilfe und Medieneinsatz. Als Leitmotiv gilt der Gedanke:

„So viel wie möglich gemeinsam, so wenig wie nötig getrennt.“

Unterrichtsformen / Unterrichtsmethode

Zielführend ist die Leitidee der „individuellen Förderung“. Dabei gilt es, Methoden und Unterrichtsformen auf die jeweiligen individuellen Lernvoraussetzungen der Kinder abzustimmen.

Besonders geeignet für heterogene Lerngruppen erweisen sich einerseits offene Unterrichtsformen, in denen Kinder ihren Lernprozess selbstständig und eigenverantwortlich gestalten, sowie andererseits stärker strukturierte Unterrichtsformen, mit deren Hilfe die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf berücksichtigt werden.

Welche der Unterrichtsformen bzw. Methoden jeweils zur Anwendung kommen, ist abhängig von der aktuellen Lernsituation.

Lern- und Entwicklungsplanung

Für jeden Regelschüler erstllt das Klassenlehrerteam glaich im ersten Vierteljahr der 5. Klasse einen individuellen Lern- und Entwicklungsplan, der regelmmäßig aktualisiert wird. Am Beratungstag wird dieser mit dem Schüler und en Erzeihungsberechtigten besprochen und Ziele verabredet. Hier wird auch der Selbsteinschätzung des Schülers Rechung getragen.

Sonderpädagogische Förderplanung

Für SchülerInnen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf werden halbjährlich individuelle Förderpläne als Grundlage der pädagogischen Arbeit erstellt. Darin werden auf der Basis einer ausführlichen Diagnostik die individuellen Bildungs- bzw. Entwicklungsziele formuliert, überprüft und fortgeschrieben.

Kooperationsformen

Im Unterricht kooperieren Regelschullehrer und Förderschullehrer  bzw. das Lehrerteam auf unterschiedliche Art und Weise:

team teaching

Das Team führt den Unterricht mit allen Schülerinnen und Schülern gemeinsam durch. Das kann heißen, dass sie gemeinsam oder abwechselnd die Führung übernehmen.

supplemental teaching

Eine Lehrkraft führt die Unterrichtsstunde durch, die andere bietet zusätzliches Material und differenzierte Hilfen für diejenigen Schülerinnen und Schüler an, die den Stoff anders bearbeiten.

remedial teaching

Eine Lehrkraft unterrichtet die Gruppe von Schülerinnen und Schüler, die andere arbeitet mit denjenigen, die auf einem anderen Niveau operieren.

parallel teaching

Jede Lehrkraft unterrichtet eine Klassenhälfte, beide beziehen sich auf dieselben Inhalte.

one teach - one drift

Eine der beiden Lehrkräfte übernimmt die primäre Unterrichtsverantwortung, die andere unterstützt Schülerinnen bzw. Schüler bei ihrer Arbeit, bei der Regulation ihres Verhaltens, bei der Verwirklichung ihrer kommunikativen Absichten.

one teach - one observe

Eine Lehrkraft übernimmt die primäre Unterrichtsverantwortung, die andere beobachtet.


Mögliche Schulabschlüsse für Förderschüler an der Sekundarschule Marsberg

Bei den zu erreichenden Schulabschlüssen wird unterschieden zwischen Kindern, die zielgleich und zieldifferent (Förderschwerpunkt Lernen und Geistige Entwicklung) gefördert werden.

Zielgleich geförderte Kinder werden nach den Ausbildungsordnung Schulform bewertet und können damit jeden möglichen Schulabschluss erlangen.

Zieldifferent geförderte Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen werden nach der Ausbildungsordnung Sonderpädagogische Förderung bewertet (AO-SF).

  • Schülerinnen und Schüler, die ihre Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und die Schule vor der Klasse 10 verlassen, erhalten ein Zeugnis, das die erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten bescheinigt.
  • Die Klasse 10 führt zum "Abschluss des Bildungsgangs im Förderschwerpunkt Lernen".
  • In einem besonderen Bildungsgang führt die Klasse 10 zu einem Hauptschulabschluss (nach Klasse 9) gleichwertigen Abschluss. Den Hauptschulabschluss können nur Schülerinnen und Schüler erwerben, wenn sie in den Klassen 9 und 10 am Unterricht im Fach Englisch teilgenommen haben.

Sollte eine Schülerin oder ein Schüler den Hauptschulabschluss nicht erreichen, ist eine Nachprüfung möglich, wenn durch die Verbesserung der Note von "mangelhaft" auf "ausreichend" in einem einzigen Fach die Voraussetzungen für den Erwerb dieses Abschlusses erfüllt würden.

Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung erhalten am Ende der Schulbesuchszeit ebenfalls ein Abschlusszeugnis, das die erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten bescheinigt.


Einen aufschlussreichen und interessanten Film zum Thema finden Sie hier: 

https://www.youtube.com/watch?v=COJyb3D_JjA